
Roman, 366 S., Phänomen-Verlag, 2017
„Ich hacke die Buchstaben in die Tastatur, als suchten meine Füße Halt in Felsvorsprüngen.“
Ein Roman über die Fallstricke einer aus dem Ruder laufenden Selbstfindung. Darin unter anderem Theodora, die schöne und abgründige Yogini. Ein fastender Yogi an den Verbrennungsghats von Varanasi. Ein reicher Sufi in Tanger, der Milos Asyl gewährt. Drogenverwirrte Hippies. Und ein Sitar spielender Expsychologe, der alles verliert (und dadurch vielleicht alles findet?)… und natürlich Bondgirl.
Eine aberwitzige Lebensreise durch die Neunziger und Zweitausender, durch Indien, Portugal, Marokko und Ostdeutschland…
„… Aber Indien. Das Land wie eine Göttin, eine nicht mehr ganz junge, auch nicht ganz schlanke, etwas überschminkte Muttergöttin, nährend, streng, zigeunerhaft, eine Hetäre auch, Priesterin und Hure zugleich, das Hure-Sein als heiliger Dienst. Indien ist nicht sexuell, aber es ist erotisch, Indien, oder besser die Muttergöttin dieses Landes, weckt den Eros, weckt das Begehren. Begehren in alle Richtungen, es erzeugt ein tiefes Habenwollen nach allem, was in der Seele an begehrenswertem Bildmaterial herumschwirrt, nach Glitzer, Tüchern, kleinen Metallstatuen, nach Chai und Masala Dosa, nach schwarzem Tee mit Ingwer und nach bunten Farben, nach den bildwerdenden Göttern, die man gern immer bei sich hätte, als Bildchen, Ketten, als Hemdaufdruck, in der Seele, in der Meditation. Mutter Indien weckt die Gier, auch die Gier nach Erleuchtung, Yoga, Kundalini, Chakras, Prana, Einatmen, Ausatmen, Atem, Atman, das will man alles haben, die Lust auf erweitertes Bewusstsein, und auch auf Palmen und kleine Hütten an tropischen Stränden und auf die hohen Berge, höher geht es ja nicht, die höchsten müssen es sein, so ist Indien.“