Neu erschienen: „Und im Abgrund wohnt die Wahrheit“ (Roman)

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„Fragile steht auf dem langen hard case des Instruments und das Symbol eines zerbrochenen Glases, auf mehreren schon vergilbten Aufklebern. Fragile, aber auf die Grenzer muss ich gewirkt haben, als würde ich Maschinengewehre schmuggeln. Ich hatte auf alles verzichten können, hatte alles zurücklassen können, nicht aber dieses Instrument. Sagen wir, es ist das Sprachrohr meiner Seele, die als einsamer Nighthawk irgendwo in mir eine kleine Radiostation betreibt und auf den Frequenzen dieser Saiten sendet.“

Aus: „Und im Abgrund wohnt die Wahrheit“, Roman. Phänomen-Verlag, 2017.

 

Vollständige Leseprobe:

http://www.phaenomen-verlag.de/wp-content/uploads/Leseprobe3.pdf

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Mythos und Narrativ

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(veröffentlicht in: http://one-mind.net/was-unterscheidet-mythos-und-narrativ/)

Mythen und Narrative sind zwar ihrer Etymologie nach dasselbe, das „Erzählte“ (griech. mythomain; lat. narrare), in ihrer Konnotation aber unterscheiden sie sich. Diese Unterschiede betreffen nun weniger ihre eigentliche Natur als vielmehr unsere Rezeption.

Die zwölf Aufgaben des Herakles sind ein Mythos, der Big Bang ein Narrativ. Diese Zuordnung lässt sich nicht austauschen.

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Das Unvermeidliche

Seltsam, wie das Zurückziehen auf die eigenen Belange einerseits egozentrisch wirken mag und andererseits darin Genügsamkeit zu finden ist. Der Aspekt der Genügsamkeit: sich den Größenwahn, Menschen beeinflussen zu können, eingestehen.
Erkennen, dass dieser Größenwahn stellvertretend für die Weigerung, das Unvermeidliche anzunehmen, steht. Das Schicksal eines anderen (zum „Positiven“) ändern wollen, weil man dieses Schicksal nicht zu akzeptieren bereit ist.
Doch nun, was bleibt? Ein tiefes Durchatmen.

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Die letzte und stärkste Anhaftung des Yogis ist der Yoga

…Verlässt man die lineare Perspektive – indem man sein Bewusstsein mobilisiert und aus den statischen Verankerungen löst – drängt das Magische wieder machtvoll ins Erleben, ebenso das Mythische. Das Bewusstsein wird zu einem Wanderer, der nomadisch er-fährt, was man Wirklichkeit, Wunschproduktion (Deleuze), Archetypen (Jung) oder das Eine Göttliche nennen mag.

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Ich bin nicht Charlie, ich bin niemandes Anhänger

Je ne suis pa Charlie, je ne suis l`homme de personne. Meine Solidarität mit den Karikaturisten-Opfern von Paris bezieht sich auf das beklemmende Gefühl, dass ethische Verfehlungen zu starken Konsequenzen führen können. Das Geheimnis der Meinungsfreiheit: sie versichert uns unter anderem, dass unsere Unbedachtsamkeiten ungescholten bleiben. Insofern ist die Meinungsfreiheit eine humanistische Errungenschaft, ja eine Gnade. Sie erlaubt uns, unsere Kommunikationen als Übungs-Parcours zu verstehen, auf dem Fehltritte als Teil eines ethischen Lernprozesses statthaft sind.

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Zorn und Eris

Achilles ist der Zorn, der innerhalb der Zwietracht zeigt, zu was der Mensch fähig ist – wieviel Troer man killen kann. Doch worin besteht der Zwiespalt? Drei Göttinnen erscheinen vor dem Menschen Paris, einem jungen Mann, der – nicht anders als Herakles und so viele andere junge Männer und Frauen – vor dem Scheideweg seines Lebens steht. Die Eine Göttin offenbart sich in drei Facetten. Indem er sich für eine entscheidet, leugnet er die beiden anderen inneren Motive seines Seins.

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